Heftig und schön, wahre Weiber(regatta) eben!

Am Samstag den 11.8. 2018 hat die alljährlich stattfindende Wahre Weiber Wettfahrt (WWW) vom JSC-H auf dem Tegeler See mit 33 gemeldeten Booten stattgefunden.

Leider konnte der CNFT diesmal nur mit einem Boot melden. Nach den Rückmeldungen der meisten von mir angeschriebenen Frauen waren wohl sehr viele noch im Urlaub oder sonst wie verhindert. Im Geiste waren aber viele bei uns Seglerinnen, so wurde uns versichert, und wir haben ganz deutlich die vielen gedrückten Daumen gespürt. Ich habe fast schon in alter Tradition von Claude und Jens die Le Piaf segeln dürfen.

„Der Spatz (franz. le Piaf) muss bewegt werden“ war der Kommentar von Jens. Bewegt haben wir ihn dann ziemlich heftig diesen vermeintlichen Spatz. Noch öfter hat er aber uns bewegt an diesem Samstag.

Als wir vor der Regatta das Startboot erreichten, war der Wind schon so heftig, dass wir uns entschlossen die Genua „so schnell es eben ging“ gegen eine Fock auszutauschen.

Welch weise Entscheidung! Meine Crew, die aus Tine und Anett, zwei Segelanfängerinnen bestand, war bereit und vor allen Dingen furchtlos. Grandios, wie sie die Sache gemeistert haben.

Schon ziemlich windig © Segel-Club Frithjof-Haveleck

Gesegelt wurde eine Wettfahrt mit 3 Runden im Dreieck. Während der gesamten Wettfahrt mussten wir mit einer Windstärke von 5-6 in Böen 7 und 8 zurechtkommen. Der Feststeller für das Ruderblatt löste sich leider immer wieder und das Ruder rutschte nach oben. Das Steuern war bei der deshalb extrem luvgierigen Randmeer eine extreme Kraftanstrengung. Zu zweit mussten Tine und ich das Ruderblatt diverse male wieder nach unten zwingen. Was für ein Spatz.

Bei diesem Wind hatte er sich für uns in einen fast unzähmbaren Riesenvogel verwandelt, der eindeutig ein Eigenleben entwickelte.  Es war kein Gedanke mehr an Taktik oder wie man besonders kluge Schläge zieht. Mein Augenmerk lag ausschließlich bei den herannahenden Böen und dem Boot. Irgendwie durchkommen ohne dass meine beiden Vorschoterinnen oder auch das Boot einen Schaden nehmen.

Als wir die Ziellinie durchquerten hätte ich nicht sagen können, ob wir als 5. oder als 25. durchs Ziel gingen, so sehr war ich auf unser eigenes Boot konzentriert. Alain, der uns mit dem Motorboot die ganze Zeit begleitet hatte verkündete, dass wir als 9. durchs Ziel sind. Was für eine Freude! Es wurde daraus dann der 4. Platz.

Bei der anschliessenden Siegerehrung und Feier war den mitgesegelten Frauen anzumerken, dass alle sehr erleichtert waren, diese Regatta überstanden zu haben. Nicht nur unser Boot schien sich vom Spatz in einen Drachen verwandelt zu haben sondern auch andere berichteten von verrückten Ereignissen an Bord. Es gab eine Kenterung, einen Ruderbruch und einige Abbrüche.

Der SCF-H hat uns alle wieder wunderbar bewirtet und wie schon so oft durch seine unglaubliche Gastfreundschaft beeindruckt.

Wir kommen auf alle Fälle wieder, haben aber nichts gegen ein klein bisschen weniger Wind für die nächste WWW.

Petra 

 

Hier sind die Ergebnisse

und hier gehts zu den Fotos

Eine Antwort auf „Heftig und schön, wahre Weiber(regatta) eben!“

  1. Meine Damen, herzlichen Glückwunsch.. Ich kenne den besagten Vogel ganz gut, und ich fand deine Beschreibung und Erzähleweise super. Ich pflege zu sagen das der Vogel sich in einem wilden Pferd verwandelt, bei solche Wetter Konditionen.
    Meine Hochachtung
    Claude

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.